Auf Augenhöhe von Herz zu Herz

subjektiv veränderte Bewegungsgeschwindigkeiten abhängig zur Beobachter-Entfernung

subjektiv veränderte Bewegungsgeschwindigkeiten abhängig zur Beobachter-Entfernung


Im Netz fand ich keine Beschreibung über beobachtete Bewegungen, die mit zunehmender Entfernung für unsere Augen als zunehmend verlangsamt erscheinen, während die vom menschlichen Sehapparat wahrgenommene Zeitspanne zwischen bewegtem Objekt von A nach B für alle Beobachter egal aus welcher Entfernung, konstant gleich bleibt. Nur der Raum wird adäquat zu zunehmender Entfernung von den Augen so empfunden: kleiner und die Bewegung als scheinbar langsamer.

Da ich hierüber nichts fand, sei es, dass ich in die Suchzeile nicht die passenden Begriffe eingab oder, dass kaum jemand darüber schreibt, so mache ich mich nun daran, selbst eine Ausarbeitung dieses Themas anzugehen.

Betrachten Sie die vorliegende Arbeit bitte als zunächst eine Art Brainstorming.

Weshalb sich fürs Auge weiter entfernte Objekte langsamer bewegen als nähere, hat natürlich mit der Perspektive zu tun und Geschwindigkeiten überhaupt werden immer mit der Formel
bestimmt, dass Wegstrecke durch Zeit dividiert wird, bzw. km durch Std.

Den Grund, weshalb Bewegungen in weiter Entfernung wesentlich langsamer erscheinen als in der nähe, habe ich empirisch, durch eigens angestellte Überlegungen, also ohne zuvor darüber gelesen zu haben, heraus gefunden und erkläre ihn kurz.

In der Schule lernten Sie vielleicht auch, dass perspektivisch gemalte oder gezeichnete Bilder einen Fluchtpunkt haben, auf den alle Linien vom äußeren Bildrand angefangen hinaus laufen.

Alles in der Ferne erscheint kleiner und wird daher auch kleiner eingezeichnet, alles was mehr nach vorne kommt, wird entlang der Fluchtlinien angepasst und erscheint größer.

Wenn Sie nun drei oder vier parallel verlaufende Brücken quer zum Betrachter ins Bild zeichnen, dann sind die vorderen Brücken größer und die hinteren kleiner, die letzte ist auffallend klein im Vergleich zu der vordersten. Obwohl alle Brücken in Wirklichkeit gleich lang wären, wenn sie in Natura abgemessen werden würden und wir aus der Ferne lediglich dieses Bild angefertigt hätten.

Die Geschwindigkeit der Autos auf den Brücken verhält sich ähnlich, wenn wir mit unseren Augen über die Brücken drüber schauen. Auf der letzten Brücke ganz hinten in der Ferne erscheinen die Autos viel langsamer als die Autos auf der vordersten Brücke, auch dann wenn alle Autos gleich schnell fahren.

Diesen Streich spielt uns unser Auge. Selbst in unserem Wohnzimmer erscheinen drei quer zu unseren Augen auf dem Boden liegende Teppichläufer ähnlich unterschiedlich lang. Der vordere am längsten und der hintere am kürzesten, obwohl alle drei die gleiche Länge haben.


Aber wieso erscheinen uns auch Bewegungen nach gleichem Prinzip mit zunehmendem Abstand zu den Augen als langsamer? Dafür gibt es einen einfachen Grund.

In der Ferne wirkt eine Brücke zum Beispiel für unsere Augen, wenn wir über den Daumen peilen nur 5 cm und die vorne liegende Brücke erscheint uns so lange, dass wir sogar wie beim Tennis als Zuschauer unseren ganzen Kopf nach rechts und links drehen müssen, um die beiden Spieler zu beobachten. Wenn wir voraus setzen, dass die 4 Testautos auf den 4 Brücken die Brücken von jeweils 1 km Länge in 3 Minuten überqueren folgendes:

Auf die hinterste Brücke bezogen wird in die Formel v = km durch Std für die Wegstrecke 5 cm eingetragen, für die optisch wahr genommene Weglänge. Zuvor müssen die 5 cm in km umgerechnet werden und die 3 Minuten für die Zeit in Std umgewandelt.

Die anderen Brücken zwischen der letzten und vordersten vernachlässigen wir jetzt einmal, da es ja hier nur grundsätzlich darum geht, deutlich zu machen, wie unterschiedlich schnell bzw. langsam Autos und überhaupt alle bewegenden Objekte sich scheinbar, also für unsere Augen scheinbar, vorwärts bewegen, wenn sie aus unterschiedlichen Entfernungen beobachtet werden. (*1)

Für die vorderste Brücke, auf die wir aus so und so viel m Entfernung drauf sehen, wäre die vom quer zu den Augen verlaufende und registrierte Brückenlänge über den buchstäblichen Daumen gepeilt ca. 80 m.

Wenn Sie diese Werte in die Gleichung einsetzen, erhalten Sie eine wesentlich höhere Geschwindigkeit als für die Autos auf der weit entfernten letzten Brücke, obwohl es keinen Unterschied in der realen Geschwindigkeit der fahrenden Autos gibt.


Ich werde Sie jetzt aber nicht mit den fertigen Rechenergebnissen verwöhnen; versuchen Sie es doch zuerst selbst einmal  Wenn Sie über das Ergebnis staunen und es so vorher nicht angenommen hätten, erzählen Sie es doch bitte weiter.

Falls Sie noch immer überlegen, ja gut, aber wieso eigentlich ist das so?
Dann passen Sie jetzt gut auf, denn diese Frage stellte ich mir ja selbst noch vor ein paar Wochen.

Wenn Sie in 20 Sekunden auf dem Lineal eine Strecke von 30 cm mit Ihrem Finger abfahren, dann sehen Sie, wie sich Ihr Finger von A nach B in bestimmtem Tempo bewegt.
Wenn Sie nun aber in 20 Sekunden eine Strecke von nur 5 mm abfahren, dann bleibt Ihr Finger fast schon auf der Stelle stehen, so langsam bewegt sich Ihr Finger von A nach B.
Jetzt kommt die einfache und dennoch wie ich finde hoch interessante Erklärung:
Ihr Finger kann sich während dieser 20 Sekunden von A nach B auf einer 5 mm-Strecke wesentlich länger Zeit lassen, um von A nach B zu kommen, während Ihr Finger - ebenfalls innerhalb 20 Sekunden - auf einer 30 cm-Strecke sich schon ein klein bisschen mehr beeilen muss, auf der Wegstrecke von A nach B.

Aber auf einer Strecke von 50 m, da müsste sich Ihr Finger (ist ja nur ein Beispiel) sich schon ganz schön ins Zeug legen, um innerhalb 20 Sekunden von A nach B zu kommen.
Je kürzer also die Strecke, um so langsamer bewegt sich das Objekt von A nach B in einer für alle Vergleichsstrecken gleich langen Zeitspanne, wie hier im Beispiel von 20 Sekunden. Falls Sie das verstanden haben oder gar schon vorher wussten, freue ich mich. Falls noch nicht verstanden, schreiben Sie mich ruhig darauf hin an und ich versuche es noch genauer zu erklären.

*1 M. E. ist dieses Prinzip selbstverständlich auch auf die Geschwindigkeit eines Photons zu übertragen, also auf die Lichtgeschwindigkeit. Selbst wenn Einstein da etwas anderes postuliert. Mich würden die Experimente aus der damaligen Zeit interessieren, inwieweit diese aus heutiger Sicht betrachtet gut genug waren, um so ein Postulat zu formulieren, dass das Licht sich für jeden Beobachter ob von nah oder fern auf den Lichtweg geschaut, immer gleich schnell bewegen würde. Aber vielleicht gibt es ja jenes Mysterium wirklich und Einstein hat unverändert bis heute Recht damit. Doch mir erscheint das bis jetzt jedenfalls noch recht unlogisch zu sein.

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